Die Kirche St. Martin

St. Martin zu Pönning

 

St. Martin 
Vorwort

Die Pönninger St.-Martin-Kirche ist ein Schatzkästlein des niederbayerischen Rokoko. Das farbige Zusammenklingen der Deckenmalerei mit dem Schnörkel- und Rankenwerk, der verfeinerten Ornamentik und dem reichen, phantasievollen Stuck, der sich an den Altären in den zartfarbigen Säulen, den Engeln, Putten und Heiligenfiguren, zumeist in Weiß und Gold gefasst, fortsetzt, schaffen einen Eindruck der Leichtigkeit und  Bezauberung. Wenn man dann noch die Gesamtkomposition des Bildwerkes hinzufügt, das vollständig auf St. Martin ausgerichtet ist, wird die Botschaft dieser Kirche deutlich. St. Martin ist ein Vorbild des Glaubens für den Betrachter. Darauf beziehen sich das zentrale Altarbild und das Deckenbild im Langhaus mit den Szenen aus dem Leben das hl. Martin. Auch die Glorie - die Aufnahme St. Martins in den Himmel - im Deckenbild des Altarraums, und die deutenden Bilder seines Wirkens in den Zwickelbildern und die Zusammenfassung seiner Botschaft an der Empore bekräftigen das Glaubensvermächtnis.

Die Pönninger Rokokokirche kann man wie viele Kirchen nur sinnvoll verstehen, wenn man ihr Bildwerk versteht.

Alles rankt sich um die Legende vom Leben des heiligen Martin, des Patrons der Kirche. Deshalb wird eine Kurzausgabe der Legende vollständig zitiert. Martin war nach Maria, der Mutter Jesu, und dem Apostel Johannes der erste Heilige der westlichen Kirche, der nicht als Märtyrer starb. Martin erreichte die Heiligkeit durch seinen sittlichen Lebenswandel und seine Taten, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Es gibt einen Martinzyklus im Altarraum, der sich um Martins Aufnahme in den Himmel rankt und  in den Zwickeln eine Beschreibung seines irdischen Lebens. Einen weiteren Zyklus gibt es im Kirchenschiff, der die Hauptereignisse seines Lebens im zentralen Bild aufzeigt und in den Zwickelbildern ergänzt.

Die Seitenaltäre sind anderen Heiligen, zumeist den Volksheiligen für die Anliegen der ländlichen, bäuerlichen Gläubigen, geweiht. In der St. Martinskirche gibt es keinen Marienaltar. Der Grund dürfte sein, dass die Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau in Antenring zu Pönning gehört.

An den Seitenwänden der Kirche befinden sich die 12 Apostelbilder, die Kreuzwegstationen, die Kanzel und das Triumphkreuz. Auch die Emporen sind mit Bildwerken versehen.

 

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